BNE und Innolab
„Wir verändern die Schule positiv“

Alexander Kupferschmid (von links), Isabel Raff und Wilko Mattern vor der Schülerkiosk, der im Zuge von Freiday entstanden ist, was wiederum dem BNE entsprang. | Foto: Tobias Lange
  • Alexander Kupferschmid (von links), Isabel Raff und Wilko Mattern vor der Schülerkiosk, der im Zuge von Freiday entstanden ist, was wiederum dem BNE entsprang.
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Stockach. Das Berufsschulzentrum Stockach hat sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern will man sich dort für eine bessere Zukunft engagieren. Ein wichtiger Schritt war da auch die Mitgliedschaft im BNE-Schulnetzwerk Baden-Württemberg. Als eine der ersten beruflichen Schulen bietet das BSZ damit „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“.

Hintergrund sind die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. „Eines davon, das Strategic Development Goal 4, steht für hochwertige Bildung und das passt natürlich wie die Faust aufs Auge“, erklärt Lehrer Alexander Kupferschmid. „Wie schaffen wir es, Bildung hochwertig zu gestalten? Das ist unser Ansatzpunkt und unser Fokus.“ Hochwertige Bildung funktioniere nur, wenn sie ganzheitlich ist, meint Kupferschmid. „Ganzheitlich im Sinne von überfachlichen Kompetenzen. Mit Stresssituationen umgehen, Verantwortung übernehmen, die Bereitschaft, über den Tellerrand hinauszuschauen.“

Ein praktisches Beispiel dafür ist der Schülerkiosk, bei dem die Schülerschaft eingebunden ist und die Schülerinnen und Schüler auch Verantwortung übernehmen. „Ein ganz großes Format, das im Zuge der BNE entstanden ist, ist der Freiday. Ein freies Format, bei dem die Schüler selbstständig Projekte initiieren und eigenverantwortlich umsetzen sollen“, so Alexander Kupferschmid weiter. „Ein Beispiel dafür ist ein Zebrastreifen, der vor der Schule eingerichtet werden soll“, ergänzt Lehrerin Isabel Raff.

Ein weiterer Schritt in Richtung zukunftsfähiger Schule ist das BSZ mit der Bewerbung für das dreijährige Innolab des Landeskulturministeriums. Hier geht es darum, Konzepte zu entwickeln, die die Schule zukunftsfähig ausgestalten und bei denen Formate entspringen, die auch auf andere Schulen transportiert werden können. Unter 200 Bewerberinnen wurde das BSZ Stockach dann auch als eine von 50 Schulen ausgewählt, an Innolab teilzunehmen.

Projekt in Kooperation mit Uni Konstanz

„Das schließt jetzt wieder ein bisschen den Kreis zur BNE“, sagt Alexander Kupferschmid. „Weil unser Ansatzpunkt in der Bewerbung war im Endeffekt die Frage, wie wir es schaffen, die Schüler stärker mit einzubeziehen.“ Denn ein großer Teil des Lebens spiele sich an der Schule ab und die soll eben nicht nur zum Lernen da sein.

Konkret haben die Verantwortlichen zwei Formate im Kopf: Einerseits ein Projekttag zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung, der von Grund auf von Schülern geplant und gestaltet werden soll. Beim zweiten Format soll es dann in Richtung außerunterrichtlicher Aktivität und Partizipation gehen. Hier sollen Schüler-für-Schüler-Formate für Prüfungsvorbereitungen ausprobiert werden.

Um zu sehen, ob die Initiativen einen positiven Effekt haben, plant das BSZ eine Kooperation mit der Universität Konstanz. „Sie hat Werkzeuge, um mit Umfragen, mit Untersuchungen festzustellen, ob es Effekte gibt“, erklärt Lehrer Wilko Mattern. „Dort gibt es auch schon einiges an Erfahrung.“

Weitere Initiativen oder Formate könnten folgen. „Es ist ein wachsender Prozess“, sagt Alexander Kupferschmid. Ideen gebe es, was sich umsetzen lässt werde sich zeigen. „Auch ein Scheitern ist möglich.“ Aber: „Ich bin mir sicher, dass viele der Projekte und Strukturen, die wir jetzt aufstellen, auch über diese drei Jahre hinweg wirken werden“, ist Wilko Mattern überzeugt. „Und ich glaube, viele Projekte, die jetzt entstehen werden, werden weitergeführt, sodass wir die Schule positiv verändern.“

Autor:

Tobias Lange aus Singen

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