Zweiter Stockacher »Hungermarsch« geplant
Marschieren gegen Elend
Stockach (sw). Der Anlass ist ernst. Doch die Veranstaltung soll fröhlich werden. Nach der Premiere im Mai 2014 planen die drei Stockacher Organisationsvereine, die sich alle für Lateinamerika einsetzen, eine Neuauflage des »Hungermarsches«. Am Samstag, 25. Juni, laden die Perugruppe Zizenhausen, die Brasilienhilfe Stockach und die »Freude für Sartawi in Bolivien« zu einer Wanderung aus Solidarität mit den Notleidenden und Hungernden dieser Welt ein.
Beginn ist um 9.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst im Osterholz, der je nach Wetterlage im Freien oder in der Nähe des Startplatzes zelebriert wird. Danach können die Teilnehmer sich zwischen zwei ausgeschilderten Wanderrouten mit Streckenlängen von sechs und zwölf Kilometern Länge entscheiden. Unterwegs dient eine »Jausenstation« der Stärkung, und nach der Rückkehr läuten Kaffee und Kuchen den geselligen Teil ein.
Das Startgeld von zehn Euro wird den Projekten der drei Patenvereine zu Gute kommen. Die Perugruppe unterstützt ein Waisenhaus in Punto und ein Gesundheitszentrum in Pomata, die Brasilienhilfe kümmert sich um ein Kinderheim und ein Ausbildungszentrum in Sao Paulo, und die »Freunde für Sartawi« fördern die Wasserversorgung und die Landwirtschaft auf dem Altiplano.
Hungermärsche haben nach Angaben von Wolfgang Söhlemann von den »Freunden für Sartawi« eine lange Tradition: Im Mittelalter marschierten die Armen in Notzeiten zum Landesherrn, um aus dessen Vorräten Nahrung zu erbitten. Diese Tradition wird gepflegt. Der moderne »Hungermarsch« soll für die Problematik sensibilisieren, Solidarität bekunden, die Eigeninitiative der Notleidenden unterstützen, auf Ungerechtigkeiten aufmerksam machen und einen solidarischen Lebensstil propagieren. Und: »Ein Hungermarsch ist keine traurig-ernste Angelegenheit und auch keine Hungerkur.«
- Simone Weiß
Autor:Redaktion aus Singen |
Kommentare