Die unerfüllten Wünsche von Stockachs Christdemokraten
CDU übt sich in Bescheidenheit
Stockach. Auch Immobilienmakler können rechnen. Ein ausgesprochen ausführliches Statement, gespickt mit Zahlen, gab Wolfgang Reuther von der CDU mit Blick auf den Stockacher Haushalt 2017 im Gemeinderat ab. »Wir brauchen jeden Cent in diesem Haushalt«, meinte er. »Es bleibt kein Spielraum für Wünsche.« Daher appelliere er einmal an die Stadt, weiterhin vernünftig zu wirtschaften, und zweitens sei die Stockacher CDU-Fraktion bereit, einige ihrer Forderungen zurückzustellen – die Anstellung eines Wirtschaftsförderers etwa, die Stelle für Gebäudemanagement, die Gestaltung des Gustav-Hammer-Platzes und das kostenlose Internet im Innenstadtbereich.
Denn die Zahlen im Stockacher Haushalt sprechen nach Ansicht Wolfgang Reuthers für sich: 67 Millionen Gesamtvolumen, das sind sechs Prozent mehr als 2016, als die Zahlen schon gewaltig waren. Eine Steigerung von 13 Prozent im Vermögenshaushalt, 3,5 Millionen Entnahmen aus den allgemeinen Rücklagen und Bauvorhaben mit Ausgaben von insgesamt 6,6 Millionen Euro sorgten weiterhin dafür, dass »wir ein großes Paket geschnürt haben«. Negativ sei dabei, dass »es uns nicht ganz gelingt, Abschreibungen zu erwirtschaften«.
Dennoch sieht der Christdemokrat die Ausgaben als notwendig und wichtig an: Beim Breitbandausbau würden die Ortsteile mit berücksichtigt, das Krankenhaus stelle mit 800.000 Euro eine große Belastung dar, Kinderbetreuung und Schulausbau hätten ihren Preis. Doch das seien Ausgaben zur Steigerung der Attraktivität Stockachs, zum Erhalt einer familienfreundlichen Kommune, zur Förderung des Wirtschaftsstandorts. Allerdings müsse der soziale Wohnungsbau eine größere Würdigung finden.
Insgesamt hat der Stockacher Haushalt ein Volumen von Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 67.291.435 Euro. Davon entfallen 54.854.945 Euro auf den Verwaltungs- und 12.436.490 Euro Vermögenshaushalt. Der Gesamtbetrag der vorgesehenen Kreditaufnahmen beläuft sich auf 4.069.099 Euro, so die Berechnungen von Bernhard Keßler und Sebastian Scholze von der Stadtkämmerei. Verpflichtungsermächtigungen von 1.150.000 Euro sind vorgesehen.
- Simone Weiß
Autor:Redaktion aus Singen |
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