Sensationelle Wandmalerei der Jungsteinszeit aus Bodman-Ludwigshafen
Brüste vom Grund des Bodensee

Foto: Zu dem sieben Meter langen Wandbild gehört auch die Darstellung fast lebensgroßer weiblicher Brüste.swb-Bild: LAD-H. Schlichtherle
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Kreis Konstanz (sw). Was und woran unsere Vorfahren glaubten - das war lange Zeit ein nebulöses Geheimnis. Nun könnte sich der Nebel lichten: Archäologen und Restauratoren des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart haben am Dienstsitz in Hemmenhofen aus etwa 2.000 Einzelteilen einen sieben Meter langen Bilderfries aus der Jungsteinzeit zusammengesetzt.

Das Wandbild zeigt mindestens sieben weibliche Gestalten mit erhobenen Händen und »plastisch geformte, fast lebensgroße weibliche Brüste«, wie es in einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums heißt. Auf der Großen Landesausstellung Baden-Württemberg zu »4.000 Jahren Pfahlbauten« von Samstag, 16. April, bis Sonntag, 9. Oktober, im Federseemuseum in Bad Buchau und im Kloster Schussenried werden die Funde erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, wurde nun bekannt gegeben.

Zwischen 1990 und 1994 hatten Taucharchäologen des Landesamtes in einer Pfahlbausiedlung nahe Bodman-Ludwigshafen die Funde geborgen. »Es handelt sich um die ältesten figuralen Wandmalereien nördlich der Alpen und - mit Ausnahme einiger weiterer Funde aus Sipplingen - um die einzigen bekannten Wandmalereien aus den zirkumalpinen Pfahlbauten«, so die Pressemitteilung.

Die Funde, die vor etwa 6.000 Jahren im Bodensee untergegangen waren, hatten nach Angaben von Dr. Helmut Schlichtherle vom Landesamt für Denkmalpflege große Bedeutung für die Religions- und Sozialgeschichte der mitteleuropäischen Jungsteinzeit. So konnte die Innenwand eines Pfahlbauhauses rekonstruiert werden, das rituelle Funktionen gehabt haben muss. Und es können Verbindungen zu den steinernen Stelen und Felsbildern des Alpenraums, die allerdings mehr als 1.000 Jahre jünger sind, aufgezeigt werden.

- Simone Weiß

Autor:

Redaktion aus Singen

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