Pflegeplan soll dabei helfen, Klimaoasen zu schaffen
Grünflächen werden aufgewertet
Radolfzell. Bei der Gestaltung des städtischen Grüns geht die Verwaltung neue Wege. Wie Oberbürgermeister Martin Staab und Wolfgang Keller, Leiter der Abteilung Landschaft und Gewässer, am vergangenen Mittwoch im Rahmen eines Pressegesprächs bekannt gaben, wird derzeit ein Grünflächenpflegeplan erstellt.
Dieser umfasst alle ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben, die mit der Versorgung, der Gestaltung und der Pflege von Grünflächen in der Stadt zusammenhängen. Dabei werden vor allem Pflegekonzepte für die öffentlichen Grünflächen, wie etwa der Stadtgarten, die Friedhöfe, die Spielplätze sowie Schul- und Sportanlagen entwickelt. »Unsere Grünflächen müssen attraktiver und ökologisch sinnvoller gestaltet werden«, verdeutlicht Keller im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. Dazu zähle auch eine an den Klimawandel angepasste Bepflanzung. So wurden beispielsweise die im Stadtgarten wachsenden Bananenstauden jüngst durch heimische Baumarten ausgetauscht. »Wir wollen mit dem Grünflächenpflegeplan auch die wilde, heimische Natur in unsere Stadt zurückholen«, erklärte OB Staab.
Allgemein, so betonen der Radolfzeller Rathauschef und Keller deutlich, befinden sich die städtischen Grünflächen in einem allgemein guten Pflegezustand. Die Stadt verfügt derzeit über rund 157 Hektar an öffentlich zugänglichen Grünflächen. Diese Fläche setzt sich aus über 200 verschiedenen Anlagen zusammen.
Die ersten Maßnahmen, die im Grünflächenpflegeplan verankert sind, wurden bereits in 2016 umgesetzt. Dazu zählt das Seeufer an der Mettnau, das in Zusammenarbeit mit dem RP streckenweise renaturiert und attraktiver gestaltet wurde. Im Mettnaupark wird zudem derzeit eine Fläche von 3,2 Hektar extensiviert, mit dem Ziel eine Blumenwiese zu schaffen.
Und dieser Erholungswert sei enorm wichtig, wie Robert Spreter von der Deutschen Umwelthilfe betonte: »Grünanlagen in der Innenstadt sind als Klimaoasen von großer Bedeutung, auch weil sie angesichts der steigenden Erderwärmung Kaltluftschneisen bilden.« Zusammen mit Dr. Mark van Kleunen von der Uni Konstanz hat sich Spreter im Rahmen eines Forschungsprojektes eine Warnliste mit gebietsfremden Zierpflanzen erstellt.
Gerade der Riesen-Bärenklau sei eine jener Pflanzen, so van Kleunen. Auch OB Staab weiß ob der Bedeutung der städtischen Grünflächen, obgleich er aber auch betont, dass Wohnungsbau und die Innenverdichtung wichtig seien. »Wir brauchen aber auch ein »grünes« Gegengewicht zu unseren Bauprojekten«, sagte er.
- Matthias Güntert
Autor:Redaktion aus Singen |
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