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Mittwoch, den 14. Mai 2008
Azubis finden auf der Höri volle Unterstützung Höri-Gewerbeschau widmet sich auch dem Thema Ausbi
"Handwerks-Power" heißt eine Internetplattform der Handwerkskammer Konstanz. Angehende Azubis erhalten hier umfangreiche Infos zur Ausbildung und Berufswelt im Handwerk. Auch der Gewerbeverein Höri wendet sich bei seiner Gewerbeschau in Moos mit seinen derzeit 34 Ausstellern verstärkt an den Nachwuchs. "Ein Truck der Handwerkskammer mit einem Ausbildungsberater macht bei uns Station. Hinzu kommt, dass die Chefs der ausstellenden Betriebe direkt vor Ort ansprechbar sind. Wann hat man schon eine solche Gelegenheit, so viele Fachleute auf einmal zu treffen?", sagt Timm Hänsler (27), stellvertretender Vorsitzender des Gewerbevereins. Ein attraktives Rahmenprogramm für Jugendliche hat man auch auf die Beine gestellt. So gibt es beispielsweise einen Quad-Parcours für jedermann, eine Motorrad-Trial-Vorführung, Hubschrauber-Rundflüge und ein Hunderennen. Dabei sind auch ein Motorsägekünstler, die Oldtimerfreunde Bodensee und die FAHR-Schlepperfreunde. Die örtlichen Vereine bieten zum Beispiel Akrobatik und Showtanz. Einen Mangel an Azubis herrscht derzeit im Konstanzer Kammerbezirk nicht, wohl aber in anderen Bezirken. Doch für die Zukunft zeichnet sich auch ein Bedarf im Konstanzer Bezirk ab, weiß Hänsler aufgrund seiner Erfahrungen als Mitglied im Gesellenprüfungsausschuss für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Hänsler, der 2000 seine Gesellenprüfung zum Gas-Wasser-Installateur als Innungsbester abgeschlossen hatte, sich ein Jahr später zur Solar-Fachkraft weiterbildete und mit 23 Jahren schon Meister war, hat weitere Tendenzen festgestellt: Die Jugendlichen auch auf der Höri suchen immer weniger praktische Berufe, bevorzugen zum Beispiel Computerjobs. Auch versuchen sie, in Großunternehmen unterzukommen, die in Singen, Radolfzell oder Konstanz, aber nicht auf der Höri angesiedelt sind. Vielen fehlt es an Motivation und richtigem Interesse. Das Geld stünde im Vordergrund, so Hänsler. Derzeit stehen rund 100 Ausbildungsplätze auf der Höri zur Verfügung. Hänsler sieht für seinen Bereich der Anlagenmechanik noch kein Nachwuchsproblem. Die angehenden Azubis sollten einen Realschulabschluss haben. Auch wer einen sehr guten Hauptschulabschluss hat, hat Chancen. Ein gute Mathe-Note ist wichtig. Er selbst legt zudem großen Wert auf Religion. "Wer in diesem Fach gut ist, hat in der Regel auch ein gutes Sozialverhalten. Das ist entscheidend für den Umgang mit den Kunden", weiß Hänsler. Der Anlagemechaniker sei allerdings kein Beruf für Abiturienten wie beispielsweise bei den Schreinern, womöglich sogar als Zwischenstufe zum Studium. Natürlich ist ein Hochschulabschluss ebenfalls möglich. Mit einem Diplom in Vermessungstechnik könnte man zum Beispiel als Fachplaner arbeiten. "Das machen aber nicht viele", so Hänsler. Wer sich für eine Ausbildung bei einem Betrieb auf der Höri entscheidet, findet dort volle Unterstützung. "Mein Unternehmen beispielsweise stellt die Arbeitskleidung und übernimmt die Fahrtkosten zur Berufsschule. Der Lehrling ist ein Auszubildender und keine billige Arbeitskraft", betont Hänsler.
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