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Mittwoch, den 2. Juli 2008
In guten und schlechten Zeiten
Aach (mu). Keinen Grund zur Euphorie sah Gemeinderat Ekkehard Gabele in dem "sehr guten Ergebnis der Jahresrechnung 2007". Er bremste zu hohe Erwartungen, die seit 2003 eingeführten Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung wieder rückgängig zu machen. "Was heißt hier gute Zeiten, unsere Pro-Kopf-Verschuldung beträgt immer noch 570 Euro!", so Gabele und forderte, erst einmal einige Jahre vernünftig zu haushalten und aufgeschobene Vorhaben zu erledigen bevor die Bürger von der verbesserten Finanzlage der Stadt profitieren könnten. Grund für gute Stimmung gab Stadtkämmerer Stefan Reiser mit der Bilanz des vergangenen Jahres. In 2007 wurde ein Überschuss von rund 451000 erwirtschaftet, der gleich aufs städtische Sparbuch gelegt wurde. Der Haushalt schloss um knapp 423 000 Euro besser ab als geplant, was an der verbesserten Konjunktur liegt. Mehreinnahmen waren bei der Gewerbesteuer (+ 216 000 Euro), dem Gemeindeanteil der Einkommensteuer (+ 60500 Euro) und den Schlüsselzuweisungen (+ 66 000 Euro) zu verzeichnen. Auch der Grundstücksverkauf im Neubaugebiet "Ösch" florierte und mittlerweile ist dort auch der letzte Bauplatz verkauft. Dank dieser positiven Entwicklung wurde eine Zuführungsrate in Höhe von fast 700 000 Euro erreicht, für Investitionen stehen der Stadt satte 612 400 Euro zur Verfügung, die Schulden konnten auf 1 236 000 Euro gesenkt werden und die Rücklagen sind auf 594 000 Euro angestiegen. Trotz der erfreulichen Zahlen wurden auch notwendige Investitionen getätigt, wie zum Beispiel das neue Feuerwehrfahrzeug, die Sanierung des Wasserhochbehälters und weitere kleinere Anschaffungen. Bürgermeister Graf schlug der Ratsrunde angesichts der positiven Entwicklung der Finanzen vor, auch die Bürger an diesem Aufschwung teilhaben zu lassen. "In schlechten Zeiten müssen wir die Bürger mehr belasten, in guten Zeiten sollten wir sie entlasten", so Graf. "Das ist ein fairer Umgang mit den Bürgern", bestätigte auch Ratsherr Horst Liebmann. Doch vorerst möchte man drei gute Jahre abwarten, ehe über die Grundsteuererhöhung aus dem Jahr 2004 und die Streichung der Vereinszuschüsse diskutiert werden soll.
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