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* Mittwoch, den 23. Juli 2008

Versorgung gemeinsam organisieren

Friedbert Lang referiert im Engener Gemeinderat

Engen (frö). Friedbert Lang, Geschäftsführer der Hegau-Bodensee-Hochrhein-Kliniken, referierte vor dem Engener Gemeinderat über die aktuelle Lage des Klinikverbundes. Mit 5 Prozent Beteiligung ist das Klinikum Engen der kleinste Gesellschafter des Verbundes. Doch die Misere auf dem Gesundheitssektor macht auch vor den Engener Toren nicht halt. "Die Zeiten im Gesundheitswesen sind schwierig", sagte Lang. Eine Gesundheitsreform jagt die nächste, dabei bleiben oft die Belange der Patienten auf der Strecke. Lang sprach von Gesetzen mit Verfallsdatum. Derzeit wird in der Politik noch hinter verschlossenen Türen beraten, wie die nächste Reform 2009 aussehen soll. Neu wird sein, dass die Kassen in Zukunft Leistungen ausschreiben werden. Damit ergibt sich eine begrenzte Zahl von Behandlungen. Das günstigste Angebot erhält den Zuschlag. Damit verändere sich die Gesundheitsversorgung drastisch, erklärte Lang. Gerade kleine Kliniken wie Engen werden von dieser Misere betroffen sein. Bekommt das Krankenhaus den Zuschlag, muss es alle jeweiligen Operationen machen. "Die Grundversorgung auch in Notfällen wird erhalten bleiben", ging Lang auf die Bedenken einiger Räte ein. Auf Bundesebene werden 5 bis 10 Prozent der OPÕs ausgeschrieben. Weiter wird es zu Einbußen im finanziellen Bereich kommen. Die Fördermittel werden heruntergefahren, für Baumaßnahmen wird es lange Wartezeiten geben. Kassen und Länder sollten für eine duale Finanzierung sorgen. Der HBH-Verbund habe eine gute Patientenakzeptanz. Auch die Akzeptanz der Leistungen ist gut. Doch sie müssten auch bezahlt werden. Lang rechnete: Wenn für die Mitarbeiter 8 Prozent mehr Lohn käme und demgegenüber die Einnahmen um 0,64 Prozent steigten, könne man das so nicht mehr finanzieren. "Es ist zu wenig Geld in der Kasse", sagte Lang. Es gäbe keine freie Preisgestaltung, sagte Lang weiter. Mittlerweile hat sich bundesweit ein Bündnis formiert, das sich die Rettung der Krankenhäuser auf die Fahne geschrieben hat. Dabei sind Organisationen wie Verdi, Arbeitgeberverbände oder der Marburger Bund. "Preise und Tarifsteigerungen sin d nicht mehr zu bezahlen", sagte Lang. Er wehrt sich hartnäckig gegen einen Personalabbau in den HBH-Kliniken, auch in Engen. "Wir müssen unsere Arbeitsplätze erhalten". Der Trend geht auch dahin, dass die Familie wieder einen Teil der Betreuung selbst regelt. Lang sieht die Zusammenarbeit von Klinik und niedergelassenen Ärzten als Pflicht. In enger Verzahnung müsste Versorgung gewährleistet werden. "Wir stellen uns der Herausforderung", schloss Lang seinen Vortrag.

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