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Mittwoch, den 23. Juli 2008
Ein goldenes Horn Geschichte ganz greifbar nah
Stockach (sw). Morgenstund' hatte für Friedrich Wilhelm Dandler wirklich Gold im Mund. Und nicht nur sie. Denn der Stockacher Bürger und Hornist der Feuerwehr hatte nach 1907 die Aufgabe, bei Feuer kräftig ins Horn zu stoßen und damit Brände zu melden. Dieses Horn war von goldener Farbe und hatte eine schmucke grüne Kordel. Nun ist die historische Tröte wieder aufgetaucht: Ein geschichtsbewusster Stockacher, der nicht genannt werden möchte, hat sie dem Stadtmuseum gestiftet. "Sie wird einen Ehrenplatz in einer besonderen Vitrine in der Dauerausstellung erhalten", versichert Kulturamtsleiter Thomas Warndorf. Es sei zweifelsfrei erwiesen, dass das Horn wirklich Friedrich Wilhelm Dandler gehörte. Das Musikinstrument war über Generationen hinweg im Besitz einer bestimmten Familie gewesen und von ihr auf dem Speicher aufbewahrt worden. Die Tute hat eine lange Geschichte: Bis 1907 hatte nämlich Barnabas Hemmerle, der letzte Nachtwächter Stockachs, seinen Dienst versehen. Mehr schlecht als recht. Denn er hatte manches Feuer verschlafen. Als es wieder einmal einen Brand gab, verstarb er vor Schreck und Nervosität. Nach seinem Tod wurden seine Aufgaben neu verteilt: Ein Polizeibeamter versah in Stockach seinen Dienst, und Friedrich Wilhelm Dandler musste Brände melden. Sein Horn wird im Stadtmuseum an seinen Einsatz erinnern. 
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