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Mittwoch, den 23. Juli 2008
"Mischen is possible" Mädchen und Jungs definieren ihre Rollen
Singen (frö). "Mischen is possible" lautet ein Projekt, das Pro Familia zusammen mit Singener Schulen veranstaltet hat. Dabei geht es um einen Parcours zur Rollenvielfalt von Jungen und Mädchen im Alter von 15 bis 16 Jahren. Was wollen Mädchen?- Shoppen gehen, sexy sein, berührt werden, cool sein, Freunde sein, viel Geld haben oder süß aussehen. Was dürfen Mädchen?- Weinen, frech und schwach sein, unanständig sein, Angst zeigen. Was brauchen Mädchen?- Zeit, einen Freund, ein Auto, Schminke oder eine Freundin. Was sollen Mädchen?- Nachgeben, mutig sein, laut sein, miteinander reden oder sich nichts sagen lassen. Was können Mädchen?- Laut oder attraktiv sein, zurückhaltend oder selbständig sein oder Kinder kriegen. Viele Antworten auf viele Fragen. Die Jungs wurden mit den gleichen Fragen konfrontiert. Tom Colberg von Pro Familia erzählt, dass diese Aktion, bei der Jungs und Mädchen ihre Grenzen testen, Fähigkeiten oder Wünsche einbringen können im ganzen Kreis gelaufen ist. Die Resonanz sei gut gewesen, sagte Colberg. Das gemeinsame Projekt läuft unter dem Titel Gender Parcours. Es geht auch um Sexualpädagogik, um Anti-Mobbing Aktionen, um geschlechtsspezifisches Rollenverhalten. Mädchen und Jungs sollen ihr jeweiliges Rollenverständnis miteinander vergleichen. 7 Klassen aus Singen haben an dem Projekt in der vergangenen Woche teilgenommen. Neben den Fragen galt es noch auf einer Fotorolle jeweiligen Männern und Frauen die entsprechenden Berufe zuzuordnen. Danach wurden zwei Filme gezeigt, die sich mit dem Thema Beziehungen befassten. Was tun bei Problemen, wie aus der Sprachlosigkeit herauskommen? Dann wurden die Wünsche und Bedürfnisse der Jungs präsentiert. Was brauchen Jungs?- Drogen oder Zuwendung. Was sollen Jungs?- Frech sein oder reden, bestimmen oder Herkules sein. Was können Jungs?- Angst zeigen oder schwach sein, zuschlagen oder einen Beruf lernen. Was dürfen Jungs?- Viel zu wenig oder alles machen, rauchen oder weinen. "Mischen ist wichtig", sagt Tom Colberg. Die Jungs sollen die Bedürfnisse der Mädchen kennen lernen und umgekehrt. Dabei kommen die Teilnehmerinnen der Aktion aus völlig verschiedenen Bildungsniveaus. Man spürt den familiären Background, Wünsche und Sehnsüchte der Kinder verraten auch etwas über das jeweilge soziale Umfeld. "Sowol Mädchen als auch Jungs möchten gleichberechtigte Partner haben", erklärt Birgit Bohl, Lehrerin an der Waldeck Schule. Die Kinder sind froh, wenn sie mal für ein paar Stunden aus der Schule herauskommen. Rollen sind oft Klischees, es gab aber auch viele Neues zu lernen und zu entdecken. In jedem Fall machen solche Aktionen Sinn, den Jugendlichen hat man angemerkt, dass sie mit Begeisterung bei der Sache waren. 
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