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Kein General auf der Brücke Er hatte das zweitschlechteste Wahlergebnis im Kreis Konstanz gehabt. Das war bei der Wiederwahl von Bürgermeister Ottmar Kledt. Da gab es viele Ausreden, doch eins war klar: Die Luft um ihn herum war längst dünn geworden. Er hat das Gemeindeschiff längst nicht mehr im Griff. Das muss nicht seine Schuld sein, denn andere haben damals den Sachwalter im Landeswohlfahrtsverbands als Quereinsteiger in die Politik geholt. Kledt ist eben so wie er ist: Er meint es gut, aber das reicht nicht unbedingt aus. Er gehört der CDU an, trat für die aber auch nicht für den Kreistag an. Er wäre ja vielleicht nicht gewählt worden, aber das Zögern und Zaudern ist schlimmer als eine halte Wahldusche.
Mit der CDU-Fraktion kommt er nicht mehr zurecht. Hätte der das Putt bei der Entscheidung über die Verringerung der Zahl der Gemeinderäte auf 18 nicht einfach so stehen lassen können?! Musste er so hilflos versuchen, bei der Vergabe des Fabrikguts an die GVV im letzten Augenblick doch noch eine Chance für Rainer Kupprion zu wagen?! Wäre nicht eine offene Diskussion nicht besser gewesen? Doch da weicht der Bürgermeister den eigentlichen politischen Diskussionen im Gemeinderat längst aus. Er ist eben kein General auf der Brücke, er versucht sich in tapsiger Harmoniesuche am Rande des Banketts.
Das Thema Gewalt hätte sein Thema werden können. Mit Meike Gmeinwieser hat man eine Jugendreferentin eingestellt, die Schulsozialarbeit ist für die Gemeinde weiter gesichert. da sind so viele positive Ansätze gewesen, um nach den brutalen Messerstechereien im Ort Farbe zu bekennen. Im Vorfeld war Kledt am Thema dran gewesen, hatte mit dem Singener Polizeirevier um Aufgriffe von Jugendlichen zu später Nachtzeit gestritten. Als sich dann die Singener Kripo-Ermittler gegen die Konstanzer Präventions-Wunderknaben der Polizei durchgesetzt hatten, schwieg auch Kledt. Eben ein trauriges Jahr.
Hans Paul Lichtwald

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