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Kunsthalle
bleibt
Im
Februar gab es erste Anzeichen: Zwischen der Ekkehard-und Freiheitstraße
sollen Großprojekte in Singen entstehen. Wieder einmal sollte
es der Kunsthalle an den Kragen gehen. Und das Gerücht besagte,
die Familie Netzhammer stünde dahinter. Emil Netzhammer ließ
auch im Freundeskreis keinen Zweifel daran, dass er mit den ganzen
Spekulationen nichts zu tun habe. Wenn die Kunsthalle je einbezogen
würde, werde er einem solchen Projekt auch kein Wegerecht
vermachen! Die neue Stadthalle auf dem Dach zweier Supermärkte
machte dennoch die Runde. Richtig ist, dass hier am beginnenden
Ostteil der Ekkehardstraße / Freiheitstraße Sanierungsbedarf
besteht. Immobilien wechselten hier mit Vorbehaltsklausel 1999
die Besitzer. Die Donaueschinger Investorengruppe Müller
arbeitete fleißig am Projekt, hatte der Stadt auch die Finanzierung
eines Gutachtens der GMA zugesagt, das im März kommen soll.
Doch zwei Vorgänge »killten« das Unterfangen: Das
Bauforum hatte im sommerlichen August zur Informationsveranstaltung
in die »Gems« eingeladen, nachdem bisher nur der Ältestenrat
informiert war. Die Stimmung war giftig. Die versammelten 120
Singener (es gab keine Luft mehr) wollten ihrer Kunsthalle nichts
zu Leide tun lassen. Plötzlich liebten alle die Singener
Guckkastenbühne, letztes Dokument Singener Zotzmann-Politik,
die zum Scheitern der Stadthalle führte. Die Vertreter der
Gemeinderatsfraktionen schwammen. Gerhard Rottler (CDU-Presseferent)
hatte Informationen, die er gar nicht haben durfte. Die Volksseele
tobte! Marion Czajor von der »Neuen Linie« hatte plötzlich
ihr Wahlkampfthema. Die einzige Nicht-Fraktion war in keine Vorgespräche
eingebunden, konnte sich Volkes Zorn uneingeschränkt anschließen.
Dann kam OB Renner aus dem Urlaub heim. Er merkte am ersten Tag
die Stimmung und ließ am zweiten Tag die Luft aus dem Unternehmen
heraus: Die Kunsthalle bleibt, keine Stadthalle auf dem Dach.
Die Bürgerversammlung wurde abgeblasen, still ist es bis
heute geblieben. Die Kommunalwahl wurde gewonnen. Renner und Netzhammer
schnitten glänzend ab. Der »Neuen Linie« half die
Kunsthalle nun auch nicht mehr. Ein Thema war abgehakt, die Tränen
um die Kunsthalle umsonst vergossen. Und dennoch geht es weiter.
Das Areal wird überplant, der Bebauungsplan kommt, die Investoren
sind schon da. Klar ist: Wer den ersten Ton sagt, hat schon verloren.
Die Kunsthalle hat es gelehrt!

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