|
Superwahljahr
auf der Höri
Höri
(ov). Als Super-Wahljahr dürfte
das Jahr 1998 den Bewohnern der gesamten Höri in Erinnerung
bleiben. Zu Jahresbeginn war allenfalls klar, daß die Bürger
von Bankholzen, Moos, Iznang und Weiler einen neuen Bürgermeister
würden wählen müssen; aus Altersgründen stand
der dienstälteste Bürgermeister des gesamten Landkreises,
Alois Keller, für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung.
Daß aber auch in Gaienhofen und Öhningen zwei neue
Männer künftig die Geschicke im Rathaus lenken sollten,
konnte vor Jahresfrist niemand ahnen. Der plötzliche Tod
des erst dreiundvierzigjährigen Öhninger Bürgermeisters
Herbert Müller im April 1998 bestürzte seine ganze Gemeinde.
Erst ein Jahr zuvor war der rundum beliebte Müller als Bürgermeister
der kleinen Schritte" deutlich in seinem Amt bestätigt
worden, nun mußten sich die Öhninger mit dem Gedanken
an eine Neuwahl vertraut machen. Am 5. Juli 1998 wurde der Kämmerer
der Gemeinde Gottmadingen, Andreas Schmid, mit überwältigender
Mehrheit zum neuen Bürgermeister von Öhningen, Schienen
und Wangen gewählt. Seine Mitbewerber, Hubertus Bittner aus
Wangen und Karolina Gnädinger aus Öhningen, landeten
weit abgeschlagen auf den Plätzen zwei und drei. Die Sache
in Moos war klar. Die kleine Landgemeinde ist bekannt vor allem
für geordnete Finanzen, interessante wirtschaftliche Strukturen
und einen friedfertigen Gemeinderat. Daß das Interesse an
der Mooser Führungsposition bei qualifizierten Bewerbern
aus Verwaltungskreisen entsprechend hoch sein würde, hatte
der scheidende Bürgermeister Alois Keller schon zum Jahreswechsel
vorhergesagt. Tatsächlich hatten die Bürger der vorderen
Höri im November denn auch die Qual der Wahl unter fünf
rundum geeigneten Fachleuten. Nach einem von allen Bewerbern äußerst
engagiert und fair geführten Wahlkampf konnte der Steißlinger
Hauptamtsleiter Peter Kessler schon im ersten Wahlgang satte 48
Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. Ähnlich
deutlich dann auch das Ergebnis des zweiten Durchlaufs am 29.
November, in dem mit Kessler noch der Engener Hauptamtsleiter
Günther Former und der Mooser Verwaltungsangestellte Jürgen
Graf konkurrierten: rund siebzig Prozent der abgegebenen Stimmen
signalisierten Peter Kessler einen breiten Rückhalt in der
Mooser Bevölkerung, der er ab dem 1. Januar 1999 vorstehen
wird. Einmal mehr für eine Überraschung sorgte der noch
amtierende Chef im Gaienhofener Rathaus, Helmut Hensler. Nachdem
er dem Wahlvolk seine vierte Kandidatur erst in der Stellenausschreibung
mitgeteilt hatte, zögerte er die Rücknahme dieser Kandidatur
ähnlich lange hinaus: erst unmittelbar vor Ablauf der Bewerbungsfrist
blies er zum geordneten Rückzug. Die dauernden Querelen im
Rat und die ständigen Angriffe seiner beiden Mitbewerber
aus den Reihen dieses Rates könne er nicht länger ertragen.
Neben den beiden Gemeinderäten Otto Lubach und Thomas Kessinger
zog es nur noch den persönlichen Referenten von Landrat Frank
Hämmerle, den Verwaltungsfachmann Uwe Eisch, ins Gaienhofener
Rathaus. Überdeutlich signalisierten die Bürger von
Gaienhofen, Gundholzen, Hemmenhofen und Horn mit ihrer Stimmabgabe,
daß sie des ewigen Streits im Rat überdrüssig
sind: Mit gut 57 Prozent der abgegebenen Stimmen wählten
sie den Mann von draußen" schon im ersten Wahlgang
am 29. No-vember zu ihrem neuen Bürgermeister. Ab März
1999 will Uwe Eisch in enger Kooperation mit dem Gemeinderat die
Geschicke der mittleren Höri lenken.

|