Jahresrückblick 1998
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* Dienstag 29. Dezember 1998

Superwahljahr auf der Höri

Höri (ov). Als Super-Wahljahr dürfte das Jahr 1998 den Bewohnern der gesamten Höri in Erinnerung bleiben. Zu Jahresbeginn war allenfalls klar, daß die Bürger von Bankholzen, Moos, Iznang und Weiler einen neuen Bürgermeister würden wählen müssen; aus Altersgründen stand der dienstälteste Bürgermeister des gesamten Landkreises, Alois Keller, für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Daß aber auch in Gaienhofen und Öhningen zwei neue Männer künftig die Geschicke im Rathaus lenken sollten, konnte vor Jahresfrist niemand ahnen. Der plötzliche Tod des erst dreiundvierzigjährigen Öhninger Bürgermeisters Herbert Müller im April 1998 bestürzte seine ganze Gemeinde. Erst ein Jahr zuvor war der rundum beliebte Müller als „Bürgermeister der kleinen Schritte" deutlich in seinem Amt bestätigt worden, nun mußten sich die Öhninger mit dem Gedanken an eine Neuwahl vertraut machen. Am 5. Juli 1998 wurde der Kämmerer der Gemeinde Gottmadingen, Andreas Schmid, mit überwältigender Mehrheit zum neuen Bürgermeister von Öhningen, Schienen und Wangen gewählt. Seine Mitbewerber, Hubertus Bittner aus Wangen und Karolina Gnädinger aus Öhningen, landeten weit abgeschlagen auf den Plätzen zwei und drei. Die Sache in Moos war klar. Die kleine Landgemeinde ist bekannt vor allem für geordnete Finanzen, interessante wirtschaftliche Strukturen und einen friedfertigen Gemeinderat. Daß das Interesse an der Mooser Führungsposition bei qualifizierten Bewerbern aus Verwaltungskreisen entsprechend hoch sein würde, hatte der scheidende Bürgermeister Alois Keller schon zum Jahreswechsel vorhergesagt. Tatsächlich hatten die Bürger der vorderen Höri im November denn auch die Qual der Wahl unter fünf rundum geeigneten Fachleuten. Nach einem von allen Bewerbern äußerst engagiert und fair geführten Wahlkampf konnte der Steißlinger Hauptamtsleiter Peter Kessler schon im ersten Wahlgang satte 48 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. Ähnlich deutlich dann auch das Ergebnis des zweiten Durchlaufs am 29. November, in dem mit Kessler noch der Engener Hauptamtsleiter Günther Former und der Mooser Verwaltungsangestellte Jürgen Graf konkurrierten: rund siebzig Prozent der abgegebenen Stimmen signalisierten Peter Kessler einen breiten Rückhalt in der Mooser Bevölkerung, der er ab dem 1. Januar 1999 vorstehen wird. Einmal mehr für eine Überraschung sorgte der noch amtierende Chef im Gaienhofener Rathaus, Helmut Hensler. Nachdem er dem Wahlvolk seine vierte Kandidatur erst in der Stellenausschreibung mitgeteilt hatte, zögerte er die Rücknahme dieser Kandidatur ähnlich lange hinaus: erst unmittelbar vor Ablauf der Bewerbungsfrist blies er zum geordneten Rückzug. Die dauernden Querelen im Rat und die ständigen Angriffe seiner beiden Mitbewerber aus den Reihen dieses Rates könne er nicht länger ertragen. Neben den beiden Gemeinderäten Otto Lubach und Thomas Kessinger zog es nur noch den persönlichen Referenten von Landrat Frank Hämmerle, den Verwaltungsfachmann Uwe Eisch, ins Gaienhofener Rathaus. Überdeutlich signalisierten die Bürger von Gaienhofen, Gundholzen, Hemmenhofen und Horn mit ihrer Stimmabgabe, daß sie des ewigen Streits im Rat überdrüssig sind: Mit gut 57 Prozent der abgegebenen Stimmen wählten sie „den Mann von draußen" schon im ersten Wahlgang am 29. No-vember zu ihrem neuen Bürgermeister. Ab März 1999 will Uwe Eisch in enger Kooperation mit dem Gemeinderat die Geschicke der mittleren Höri lenken.

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