|
|
Mittwoch, den 27. August 2008
Gebäude im Wandel der Zeit Am 14. September ist Tag des offenen Denkmals/37 O
Kreis Konstanz/Biesendorf (mu). Die Zeugen vergangener Zeiten sind nicht zu übersehen und werden mit Akribie und Bedacht gehegt und gepflegt: Das ehemalige Pfarrhaus in Biesendorf hat derer reichlich zu bieten und möchte am Tag des offenen Denkmals, am Sonntag, 14. September, Einblicke in die Bau- und Wohnkultur um das Jahr 1800 zu geben. Insgesamt können 37 Objekte im Landkreis an diesem bundesweiten Tag des offenen Denkmals zum Thema "Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung" unter die Lupe genommen werden. Im nördlichsten Zipfel des Landkreises, im malerischen Engener Stadtteil Biesendorf, wird Hausherr und Bauforscher Thomas Schaad durch sein "Schatzkästchen" aus dem Jahr 1795 führen. Der Stuckateur und Bautechniker mit dem Schwerpunkt Denkmalpflege arbeitet seit über 15 Jahren mit dem Denkmalamt zusammen und hat bereits die Sanierung zahlreicher Projekte im Landkreis betreut. Er kennt sich aus bei Interessenkonflikten zwischen Bauherrn und Denkmalamt, kennt den Balanceakt zwischen Wohnkomfortwünschen und Denkmalschutzvorgaben. Seine Erfahrungen bringt er auf den Punkt: "Das Haus sollte revitalisiert werden, dann entwickelt es mehr Atmosphäre und dies sollte gebäudeverträglich von statten gehen", so Schaad. Nach dieser Maxime saniert er derzeit das historische Pfarrhaus in Biesendorf. Es ist Schaads erstes eigenes Haus, das er restauriert. Seit einem Jahr ist er dran und bemüht, sein Heim gemäß seinem Wissen und dem Respekt vor dem alten, ehrwürdigen Gemäuer wohnlich zu gestalten. Die Hälfte hat er schon geschafft und das Ergebnis seiner Arbeit kann sich sehen lassen. Die gute Stube im Biedermeierstil mit der schönen Stuckdecke und der Originaltür mit Türzieher. Oder das Deckengmälde, das Biesendorfer Kinder zeigt, und im ehemaligen Stall zu finden ist, wo seinerzeit aus Angst vor dem Nazi-Regime der Religionsunterricht abgehalten wurde. Auch die Treppe ist noch in Originalzustand und wird wie so vieles im alten Pfarrhaus mit Sorgfalt und detailgenau restauriert und erhalten. Doch auch auf Standardkomfort wird in der Biesendorferstraße 22 nicht verzichtet. Im kleinen Anbau ist ein Duschbad eingerichtet, die moderne Küche passt bestens zum alten Holzofen und zu der alten Tür aus dem Jahr 1795. Pläne aus dem Baujahr 1795 zeigen die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes auf und selbst die Rechnung für den klassizistischen Bau fand Thomas Schaad in den Unterlagen: Sage und schreibe 1 424 Gulden und drei Kreuzer kostete anno dazumals das Gebäude. Ähnlich wie im früheren Pfarrhaus in Biesendorf wird auch in den übrigen 36 Objekten, die am Tag des offenen Denkmals im Landkreis zur Besichtigung einladen, die Entwicklung der Gebäude sowie der soziale und bauliche Wandel aufgezeigt. Info-Flyer über den Tag des offenen Denkmals im Landkreis Konstanz am 14. September liegen in den Rathäusern der Gemeinden und den Tourismusbüros aus.
|
|
|