Porträt:
Heinz Kornmayer, Modehaus Heikorn
Heinz
Kornmayer war von Anfang an als Kunde des Wochenblatt mit dabei.
Als
das Wochenblatt vor 40 Jahren neu auf den Markt kam, war das Modehaus
Heikorn, das selbst im Jahr 1962 in Singen gegründet wurde,
von Anfang an mit dabei. Und Heikorn, das übrigens so heißt,
weil es damals in Singen schon ein Teppichgeschäft Kornmayer
gab, hat seine Erfolgsgeschichte mit dem Wochenblatt als das Medium
schreiben können, welches in alle Haushalte kommt und somit
die Angebote des Modehauses möglichst weit in die Region
transportieren kann.
Wochenblatt
Redakteur Oliver Fiedler befragte Heinz Kornmayer nach seiner
Beziehung zum Wochenblatt und seiner Rolle in der Einkaufsstadt
Singen.
Frage:
Herr Kornmayer, war es für
sie damals ein Experiment, im gerade auf den Markt gekommenen
Wochenblatt zu inserieren?
Heinz Kornmayer: Das war schon gut überlegt,
denn das Wochenblatt hat von Anfang an ein gutes Erscheinungsbild
gezeigt. Wir hatten da damals in Singen noch zwei andere Medien,
doch das Wochenblatt hat sehr schnell einen hohen Stellenwert
entwickelt. Es ist ja bei den deutschen Wochenblättern eines
der besten. Es wurden ja immer wieder Umfragen gestartet und man
hat sehen können, wie hoch die Lesequote ist und dass ein
Wochenblatt immer mehrere Tage da liegt und mehrmals zur Hand
genommen wird. Ich habe natürlich einen guten Vertrag gehabt,
was die Platzierung anbetrifft so dass jeder gleich wusste, wo
mein Inserat zu finden ist.
Frage:
Sie haben damals 1962 als »kleines
Schneiderlein« aus Steißlingen angefangen und sich
erfolgreich in einem Marktplatz Singen etabliert. Wie wichtig
war Werbung für sie?
Kornmayer: Ohne Werbung, so muss ich sagen, könnte
ich gar nicht existieren. Es ist einfach erforderlich, die Angebote
nach draußen zu bringen. Am Anfang waren wir ja noch wesentlich
preisagressiver, heute ist mit dem Markenumfeld und den empfohlenen
Verkaufspreisen das eher eingeschränkt. Deshalb machen wir
jetzt die Anzeigen eher auf die Mode und die Aktualisierung der
Marken. Der Heikorn ist natürlich dafür bekannt, dass
er immer wieder Super-Angebote hat und die muss ich natürlich
transportieren in der Werbung.
Frage:
Hat der Standort Singen durch ihre
Präsenz und ihre Entwicklung gewonnen?
Kornmayer: Ich möchte nicht ganz unbescheiden
behaupten, dass dem so ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass
im Jahr 1983, als das jetzige vordere Haus an der August-Ruf-Straße
gebaut wurde, der Bauzaun so groß war, dass niemand mehr
durchfahren konnte und der damalige Oberbürgermeister Friedhelm
Möhrle kurzerhand die erste Fußgängerzone schuf,
die dann 1984 eingeweiht werden konnte. Der Streit, ob Scheffel-
oder August- Ruf-Straße zuerst Fußgängerzone
würde, hätte sich sonst wahrscheinlich noch eine Weile
hingezogen. Ein Jahr später kam ja auch die Scheffelstraße
an die Reihe. Frage: Sie waren immer einer der großen Magneten,
der die Einkaufsstadt Singen ausgemacht hat. Kornmayer: Wir waren
ein großer Bestandteil davon. Dadurch dass hier die Fußgängerzone
war und Kartstadt am unteren Ende, Schuler (heute Zinser) in der
Mitte, wir da waren und dann ans obere Ende noch C&A kam,
war die Lauffrequenz wesentlich höher und die Fußgängerzone
zum Zentrum der Stadt geworden.
Frage:
Singen hatte eine ganze Weile in der Region
als Einkaufsstadt die Nase vorn. In den letzten Jahren ist die
Konkurrenz der Städte wieder stärker geworden. Singen
muss sich etwas Neues einfallen lassen. Letztes Jahr wurde die
überdachte Innenstadt mit der Welle heiß diskutiert.
Das ist gescheitert. Was muss Singen tun um seine Zentralität
zu sichern?
Kornmayer: Wir haben 83 gebaut und inzwischen schon vier
Mal umgebaut und erweitert und die Fußgängerzone ist
noch wie vor über 20 Jahren. Es ist höchste Zeit und
man hat gesehen, wie interessiert die Bürger sind für
die Kernstadt Singen. Wir sind absolut in Zugzwang, wieder etwas
zu tun. Singen ist nach wie vor die Nummer 1, aber das müssen
wir jetzt wieder unterstreichen. Frage: Was ist ihre Leidenschaft
am Verkaufen? Kornmayer: Wir wollen den Kunden immer einen Tick
modischer entlassen, als er sich das vorgestellt hat.
Frage:
Hat ihr Beruf 45 Jahre Spaß gemacht?
Kornmayer: Ich hätte das nicht so lange getan, wenn
es uns keinen Spaß gemacht hätte. Mit 70 werde ich
allerdings nicht mehr durch den Laden laufen. Ab Januar kommen
unsere Tochter und der Schwiegersohn aus Konstanz und ich und
meine Frau Helga werden dann Pferdezüchter.
Das
Interview führte Johannes Fröhlich
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